Am Anfang herrscht dichter Nebel. Nur langsam gibt er das Bild frei auf die Spitzen der Tannen. Ein mehrstimmiger Chorgesang verdeutlicht den Eintritt in eine andere Welt. Vorhang auf zu einer fast meditativen Hommage an die Schönheit von Flora und Fauna. Diese Ouvertüre in Weiß ist kein Zufall, Großvater Michel erzählt später seinem Enkel Simon, wie solche Nebel ihn einst auf magische Weise in ihren Bann gezogen haben. Bis heute hat er sich diese Faszination bewahrt. Immer wieder zieht es den leidenschaftlichen Naturliebhaber an den Ort, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen. Mehr als achthundert Nächte hat er in diesem moosbedeckten Vogesenwald schon verbracht. Gut getarnt in seinem Lieblingsversteck, einer üppigen Tanne, beobachtet der Alte die Tiere im Laufe der Jahreszeiten. Auch Enkel Simon ist bei den Expeditionen in die heimische Tierwelt dabei. Geduld ist die wichtigste Eigenschaft, sagt ihm der Opa. Wie er es zuvor auch schon seinem damals zwölfjährigen Sohn Vincent beigebracht hat. Aus ihm wurde ein renommierter Wildtierfotograf und Dokumentarfilmer, dessen „Schneeleopard“ vor drei Jahren mit dem César prämiert wurde. Wie dort geht es auch diesmal um viel Warten, um leises Flüstern von Lebensweisheiten sowie das große Staunen über die Natur.